EZB-Studie: Die wahren Ursachen der griechischen Tragödie [Handelsblatt, 28.1.2010]

Eine EZB-Studie zeigt: Es war vor allem die Bankenrettung, die das Land in Not brachte. Denn das Kreditrisiko stieg massiv, während das der Banken in gleichem Ausmaß sank. Jetzt verlangen die Verursacher von dem Land Risikoaufschläge. […]

Ein Arbeitspapier aus der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem Titel ‘The Janus-Headed Salvation’ (Die Janusköpfige Rettung) zeigt sehr deutlich, was die griechischen Schwierigkeiten vor allem hervorgerufen hat: die Finanzkrise und insbesondere die Pleite von Lehman Brothers.

Nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Mitte September 2008 haben die meisten Staaten – darunter Griechenland — umfangreiche Garantien für ihre Banken abgegeben. Außerdem päppelten viele Länder ihre angeschlagenen Geldhäuser mit neuem Eigenkapital auf und gaben Milliarden für riesige Konjunkturpakete aus, um die Schäden für die Realwirtschaft abzumildern. […]

Das Kreditrisiko der Staaten ist durch die Rettungspakete massiv gestiegen, das der Banken in etwa gleichem Ausmaß gesunken. Griechenland war davon nach Irland unmittelbar nach der Lehman-Pleite am stärksten betroffen.”

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/nachrichten/ezb-studie-die-wahren-ursachen-der-griechischen-tragoedie/3356102-all.html

Dies deckt sich auch mit folgender Beobachtung:

Zwischen 1981 und 1993 stieg der Verschuldungsgrad von ca. 25% auf ca. 80% – das ist nach aktuellem Forschungsstand im grünen Bereich; sogar Rogoff und Reinhart halten diesen Schuldenstand für ‘sustainable’. 1994 stieg der Verschuldungsgrad ‘sprunghaft’ auf ca. 100% des BIP an. Danach dümpelte der Verschuldungsgrad bis 2008 (sic!) um die 100-Prozent-Marke, mal darunter, mal knapp darüber. Und das über die Dauer von 15 Jahren!

Erst mit der Lehman-Krise – fiskalisch also mit dem Jahr 2009 – stieg dieses Verhältnis in den nun folgenden vier Jahren dramatisch auf 175%.

Ganz einfach hier nachzuprüfen:

http://www.tradingeconomics.com/greece/government-debt-to-gdp

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