Joseph Stiglitz: Greece, the sacrificial lamb

None of this makes sense even from the perspective of the creditors. It’s like a 19th-century debtors’ prison. Just as imprisoned debtors could not make the income to repay, the deepening depression in Greece will make it less and less able to repay. […]

I believe strongly that the policies being imposed will not work, that they will result in depression without end, unacceptable levels of unemployment and ever growing inequality. But I also believe strongly in democratic processes—that the way to achieve whatever framework one thinks is good for the economy is through persuasion, not compulsion. The force of ideas is so much against what is being inflicted on and demanded of Greece. Austerity is contractionary; inclusive capitalism—the antithesis of what the troika is creating—is the only way to create shared and sustainable prosperity.

For now, the Greek government has capitulated. Perhaps, as the lost half decade becomes the lost decade, as the politics get uglier, as the evidence mounts that these policies have failed, the troika will come to its senses. Greece needs debt restructuring, better structural reforms and more reasonable primary budget surplus targets. More likely than not, though, the troika will do what it has done for the last five years: Blame the victim.

http://www.nytimes.com/2015/07/26/opinion/greece-the-sacrificial-lamb.html

How the Greek deal could destroy the euro

“Indeed, the European institutions led by Germany seem to have decided that waging an ideological battle against a recalcitrant and amateurish far-left government in Greece should take precedence over 60 years of European consensus built painstakingly by leaders across the political spectrum.

By imposing a further socially regressive fiscal adjustment, the recent agreement confirmed fears on the left that the European Union could choose to impose a particular brand of neoliberal conservatism by any means necessary. In practice, it used what amounted to an economic embargo—far more brutal than the sanctions regime imposed on Russia since its annexation of Crimea—to provoke either regime change or capitulation in Greece. It has succeeded in obtaining capitulation. […]

In essence, Germany established that some democracies are more equal than others.

http://www.nytimes.com/2015/07/28/opinion/how-the-greek-deal-could-destroy-the-euro.html?_r=0

IMF will refuse to join Greek bailout until debt relief demands are met

„The International Monetary Fund will refuse to participate in a new bailout for Greece until there is an ‚explicit and concrete agreement‘ on debt relief from the country’s eurozone creditors, an IMF official has confirmed. […]

On Wednesday, Christine Lagarde told the IMF’s board, made up of representatives of its member countries, that an IMF team should be sent to Greece. But the official said: ‚The board would not support a scheme that did not meet medium-term sustainability.‘ […]

The details of the third bailout are yet to be finalised but the IMF appears to be challenging Greece’s other creditors, led by Germany, to soften their opposition to substantive debt relief.“

http://www.theguardian.com/business/2015/jul/30/imf-will-refuse-join-greek-bailout-until-debt-relief-demands-met

Friedman hatte recht

„Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Friedman hatte recht. Der Euro ist vielleicht eine der größten wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen des vergangenen Jahrhunderts – und wenn nicht schnell etwas passiert, wird er Europa zerstören. […]

Der Euro hat sich eben nicht als Wohlstandsmaschine, sondern als Wohlstandsvernichtungsmaschine erwiesen. In mehr als der Hälfte aller Mitgliedsländer der Währungsunion liegt die Wirtschaftsleistung heute unter dem Niveau des Jahres 2007. Die europäischen Staaten mit einer eigenen Währung dagegen stehen heute alle besser da als damals. […]

In den ersten zehn Jahren nach seiner Einführung bescherte der Euro dem Süden einen ungesunden Boom und dem Norden eine lang anhaltende Flaute. Jetzt drehen sich die Verhältnisse gerade um, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die deutsche Wirtschaft heiß läuft. Seit die Menschen von Helsinki bis Lissabon mit dem Euro bezahlen, schwanken in Europa zwar keine Währungen mehr, dafür schwanken jetzt ganze Länder.

Das liegt auch daran, dass die Währungsunion für die meisten ihrer Mitgliedsstaaten eine ökonomische Zwangsjacke ist. Sie schränkt – die Griechen erfahren es gerade – die nationalen wirtschaftspolitischen Reaktionsmöglichkeiten ein, weil die eigene Währung nicht mehr abgewertet werden kann, um die Wirtschaft wieder auszubalancieren.“

http://www.zeit.de/2015/31/waehrungsunion-euro-europa-krise

Mohamed El-Erian: In defence of Yanis Varoufakis

„That is why it is important to take note of the ideas that Varoufakis continues to espouse. Greeks and others may fault him for pursuing his agenda with too little politesse while in office. But the essence of that agenda was—and remains—largely correct. […]

Varoufakis had no control over the economic mess that Syriza inherited when it came to power, including an unemployment rate hovering around 25% and youth joblessness that had been running at more than 50% for a considerable period. He could not influence in any meaningful manner the national narratives that had sunk deep roots in other European countries and thus undermined those countries’ ability to adapt. He could not counter the view among some of the region’s politicians that success for Syriza would embolden and strengthen other non-traditional parties around Europe.

It also would have been irresponsible for Varoufakis not to work behind closed doors on a plan B.

http://www.theguardian.com/business/2015/jul/29/in-defence-of-former-greek-finance-minister-yanis-varoufakis

Flassbeck Economics: „Die Hoffnung noch nicht aufgegeben“

„Frage: Könnte die Europäische Zentralbank nicht mit den Griechen zusammenarbeiten – und einfach einen festen Drachmen-Kurs zum Euro fixieren?

Antwort: In der Tat wäre es für die EZB ganz einfach, die nötigen Euros zur Verfügung zu stellen. Aber leider ist die EZB nicht dafür bekannt, Länder in Not zu unterstützen. […]

Warum sind Sie so sicher, dass die EZB ihre Fehler wiederholen würde?

Weil sie kein Interesse daran haben kann, dass Griechenland ökonomischen Erfolg hat, wenn es den Euro verlässt.

Das klingt nach Verschwörungstheorie.

Nein. Sie müssen sich nur in die Lage der EZB versetzen. Wenn es in Griechenland nach einem Grexit aufwärts ginge, würden andere Krisenländer auch versucht sein, die Währungsunion zu verlassen. Der Euro würde sich auflösen, und die Existenzberechtigung der EZB wäre untergraben.“

http://www.flassbeck-economics.de/die-hoffnung-noch-nicht-aufgegeben/

Yanis Varoufakis: Operation Exit

„Als der griechische Staat 2010 zahlungsunfähig wurde, gab es zwei Möglichkeiten, sollte das Land weiter Mitglied der Eurozone bleiben: Die vernünftige Option zielte auf Umschuldung und Reformierung der nationalen Ökonomie; die toxische Option bestand darin, einem bankrotten Gemeinwesen immer neue Kredite zu gewähren und so zu tun, als sei es weiter solvent.

Das offizielle Europa entschied sich für Variante zwei und stellte die Rettung französischer und deutscher Banken, bei denen der griechische Staat besonders in der Kreide stand, über die sozioökonomische Lebensfähigkeit Griechenlands. Eine Umschuldung hätte bedeutet, dass die Geldhäuser, bei denen sich Griechenland Geld geliehen hatte, Verluste hätten hinnehmen müssen. Weil sie unbedingt das Eingeständnis vermeiden wollten, dass die Steuerzahler erneut für untragbare Kredite von Banken zu zahlen hatten, stellten die EU-Funktionäre die griechische Staatspleite als ein Problem mangelnder Liquidität dar und rechtfertigten den Bail-out mit der ‚Solidarität‘ gegenüber den Griechen.

Um den zynischen Transfer privater Verluste in die öffentliche Hand als einen Akt ‚liebevoller Strenge‘ darzustellen, wurden den Griechen Sparmaßnahmen von bis dato unbekanntem Ausmaß auferlegt. Dies führte dazu, dass das griechische Nationaleinkommen, mit dem nun neue und alte Schulden beglichen werden mussten, um mehr als ein Viertel einbrach. Es bedarf der mathematischen Expertise eines aufgeweckten Achtjährigen, um zu sehen, dass die Sache nicht gut ausgehen konnte.

https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/operation-exit