Man hätte den Euro niemals einführen dürfen

“Die Eurokrise hat sich nicht zufällig im Euro entwickelt. Sie ist vielmehr ein direktes Resultat der Fehlentscheidung mit Namen Euro selbst. Sie ist keine Krise im Euro, sondern des Euro. Und so können auch die von [Gustav] Horn vorgeschlagenen Krisentherapien im Euro nicht überzeugen.

Der Euro hat den Südländern während der ersten zehn Jahre seines Bestands zu niedrige Realzinsen beschert und den Nordländern zu hohe. Das führte die Länder des Südens in die Überkonjunktur und die Nordländer, nicht zuletzt Deutschland, in die Stagnation.

Zusätzlich schlug das Euroregime den Teilnehmerländern drei der vier Instrumente aus den Händen, mit denen sie unter anderen Umständen hätten wirtschaftspolitisch gegensteuern können: die nationale Zinspolitik, die Wechselkurspolitik und – wenn man die Fiskalregeln als Bestandteil des Euroregimes mitdenkt – die Budgetpolitik.

Durch die gespaltenen innereuropäischen Konjunkturverläufe entwickelten sich die nominalen Lohnstückkosten im Euroraum in einem Maße auseinander, das unter anderen Umständen schon lange durch Wechselkursanpassungen behoben worden wäre. Die Folgen für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der südeuropäischen Länder waren desaströs.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-08/euro-waehrungsunion-krise-europa

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