Flassbeck Economics: Eine Anmerkung zur Diskussion der Linken um den Grexit

“Deutschland hat durch seine (ohne Zweifel zu Unrecht erworbene) überlegene Wettbewerbsposition und seine extremen Leistungsbilanzüberschüsse eine Machtposition aufgebaut, die kaum zu erschüttern ist. Deutschland geht es wirtschaftlich besser als den anderen Staaten, weil es einen Großteil seiner Arbeitslosigkeit exportiert hat. Deutschland ist aus dem gleichen Grund zugleich der größte Gläubiger und damit das Land, das die Probleme der Defizitländer lösen kann, wenn diese vom Kapitalmarkt abgeschnitten werden, weil sie ihre Wettbewerbsfähigkeit (vor allem gegenüber Deutschland wiederum) verloren haben. […]

Bei dieser Machtkonstellation können die anderen Länder nur genau dann etwas erreichen, wenn sie glaubhaft drohen können, der deutschen Wirtschaft zu schaden, falls die deutsche Politik sich nicht ändert. Hierfür gibt es bei den gegebenen Verhältnissen nur ein einziges Instrument: Die Drohung mit dem Exit und einer starken Abwertung der eigenen neuen Währungen oder aber mit massiven protektionistischen Maßnahmen. Alle diese Maßnahmen laufen auf das Gleiche hinaus, nämlich den deutschen Gütern den Weg in das Land zu versperren oder sie prohibitiv teuer zu machen. Das ist die einzige ernsthafte Drohung, die von den Defizitländern eingesetzt werden kann.

http://www.flassbeck-economics.de/was-ist-politik-eine-anmerkung-zur-diskussion-der-linken-um-den-grexit/

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