Wolfgang Münchau: Die Grexit-Gefahr ist immer noch da

Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit per Unfall ist mit der Wahl weder gestiegen noch gesunken. Sie hängt von Faktoren ab, die fast alle außerhalb der politischen Kontrolle stehen. Die wirkliche Gefahr nämlich droht nicht dadurch, dass sich Tsipras weigert, irgendeine Reformmaßnahme umzusetzen. Sie lauert in der ökonomischen Logik der Anpassung selbst.

Das Programm selbst nahm auf die sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten im Juli zwar Rücksicht. Die dort enthaltenen Zahlen waren nicht so hart wie die Annahmen vom Mai oder Juni. Seit Juli hat sich die Lage weiter verschlechtert. Griechenland wird die in dem Programm verhandelten Ziele nicht erfüllen können, weil sie nicht erfüllbar sind. […]

Vielleicht irre ich mich, und die Gläubiger schießen immer mehr Geld nach. Oder die Griechen akzeptieren einen ökonomischen Teufelskreis für immer. Oder vielleicht beides. Die Nachhaltigkeit von Griechenlands Position im Euro hängt aber davon ab, dass zumindest eine dieser beiden nicht sehr plausiblen Annahmen stimmt. Ansonsten geht es nicht.

Ich halte aus diesen Gründen einen Grexit für weiterhin wahrscheinlich. Natürlich bin ich mir nicht sicher. Ich kann auch nicht voraussagen, wann es passieren wird. Aber ich weiß genau, wie es passieren wird: plötzlich und von den meisten unerwartet.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-warum-der-grexit-nach-wie-vor-droht-kolumne-a-1053922.html

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