Widerstand gegen harten Sparkurs: Spaniens vorbildliche Sünden

„Wenn Spaniens Wirtschaft aus der Rezession gekommen ist, dann gerade weil die Regierung irgendwann aufgehört hat, wie irre Ausgaben zu kürzen und Steuern anzuheben. Und stattdessen die Konjunktur auch mal wieder ankurbelt. Den letzten großen Sanierungsschub gab es gemessen am Abbau des strukturellen Staatsdefizits 2013. Im Jahr 2014 wurde der Fehlbetrag kaum noch abgebaut, will heißen: den Menschen im Land kaum noch Geld abgenommen.

Vergangenes Jahr stiegen dann die staatlichen Konsumausgaben erstmals seit Langem wieder, ebenso wie die öffentlichen Investitionen, die von 2,1 auf 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung stiegen. Vor allem ließ Rajoy im Wahljahr die Steuern senken.

Ist es ein Zufall, dass 2014 auch die Wirtschaft wieder anzuziehen begann? Und dass das Wachstum just 2015 auf mehr als drei Prozent beschleunigte? Dass seitdem die Menschen in Spanien wieder mehr Geld ausgeben und dank des Aufschwungs auch die Arbeitslosigkeit endlich wieder sinkt? Natürlich nicht.

So ist das eben mit den gesamtwirtschaftlichen Wirkungsketten. Nichts für einfache Gemüter oder religiöse Sittenwächter.“

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-verweigert-harten-sparkurs-thomas-fricke-kolumne-a-1093159.html

U.S. foreign policy got in the way of helping Greece, Varoufakis says

President Barack Obama offered stinging criticism of Germany’s treatment of Greece in February 2015 remarks.

But as the crisis escalated, the Obama administration declined to speak out.

Only in late June and July, when Germany and other international creditors appeared prepare to force Greece out of the eurozone, with the Greek banking system on the brink of collapse, did the administration speak up.

[Secretary of the Treasury Jack] Lew called for Greece’s creditors to allow the country to restructure its debts and for Greece to continue budgetary and economic reforms. Some experts believe the United States was behind the release of an IMF report characterizing the country’s debt as unsustainable. The report came out over European objections at the height of last-minute debt negotiations in early July. […]

[Yanis Varoufakis] argued on Wednesday that the United States’ inaction on Greece stemmed from a belief that Greece was ‚in the sphere of influence of Germany.‘ […]

Intervening was not worth the risk of jeopardizing German unity with the U.S. against Russian meddling in Ukraine, as well as collaboration on the U.S.’s agenda in Libya and Syria, according to the ex-finance minister.

http://www.huffingtonpost.com/entry/us-foreign-policy-greek-debt_us_57239bcce4b01a5ebde584f5

Europa will aus der Griechenlandkrise nicht lernen

„Dieser zentrale Punkt betrifft den Schuldenschnitt, auf den der IWF und einige Europäer – gegen den Widerstand in Deutschland – immer lauter drängen. Griechenlands Staatsschulden werden im kommenden Jahr wohl auf 200 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

Es ist ein Irrglaube, die künftigen Zinszahlungen auf diese Schulden seien gering. Denn diese Zinsen sind meist an die Marktzinsen in der Eurozone gekoppelt. Wenn sich diese in den kommenden Jahren (hoffentlich) wieder normalisieren werden, wird Griechenland wohl mindestens fünf bis sechs Prozent Zinsen zahlen müssen. Zusammen mit den Tilgungen, die durch Stundungen meist erst von 2023 an anfallen, wird Griechenland dann wahrscheinlich jährlich mehr als 15 Prozent der Wirtschaftsleistung an Schuldendienst leisten müssen. Nach Konsens aller wäre das exzessiv und nicht nachhaltig.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-krise-europa-will-nicht-lernen-kommentar-a-1091380.html

Europe’s liberal illusions shatter as Greek tragedy plays on

“The problem is a relatively simple one. Greece is bridling at the unrealistic demands of the European commission and the International Monetary Fund to agree to fresh austerity measures when, as the IMF itself accepts, hospitals are running out of syringes and buses don’t run because of a lack of spare parts. […]

[They mean] that once Greece’s debt payments are excluded, tax receipts have to exceed public spending by 3.5% of GDP. The exceptionally onerous terms are supposed to whittle away Greece’s debt mountain, currently just shy of 200% of GDP.

If this all sounds like Alice in Wonderland economics, then that’s because it is. Greece is being set budgetary targets that the IMF knows are unrealistic and is being set up to fail. It will then be punished further for being unable to do what was impossible in the first place.

https://www.theguardian.com/business/2016/may/01/europe-illusions-shatter-as-greek-tragedy-plays-on-austerity

Studie: Griechenland-Hilfspakete halfen vor allem Banken

“Ein Großteil der von den verschiedenen EU-Stabilitätsprogrammen und dem IWF bereitgestellten Milliarden wurden zur Zahlung bereits bestehender Schulden benutzt, letztlich sind also Forderungen privater Gläubiger auf öffentliche Gläubiger übertragen worden. Insbesondere für das erste und zweite Rettungspaket finden wir, dass nach Abzug von Zinsen, Schuldentilgung, den Kosten für die Rekapitalisierung der Banken und die Umschuldung weniger als 10 Milliarden Euro, beziehungsweise ein Anteil von weniger als 5 Prozent dem griechischen Staatshaushalt zur Verfügung standen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/die-griechenland-hilfspakete-halfen-vor-allem-banken-14215453.html