Charles Wyplosz: Wolfgang Schäuble est un criminel

“Q: En quoi Wolfgang Schäuble est-il concerné?

A: Il est responsable d’une politique d’austérité en Europe qui a créé plusieurs millions de chômeurs. C’est criminel. La Commission a obéi à ses ordres. Le ministre allemand aurait dû comprendre que l’Europe était dans une situation de crise historique et que la priorité n’était pas de réduire les déficits, mais de créer des emplois. Il fallait tirer les leçons de la Grande dépression des années trente. Alors que la crise battait son plein, le président américain Hoover disait que l’État devait donner l’exemple et se serrer la ceinture. C’était le contraire qu’il fallait faire.”

https://www.letemps.ch/economie/2017/05/21/charles-wyplosz-wolfgang-schauble-un-criminel

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Fricke: Deutschland allein zuhaus

“In keinem nicht nordkoreanischen Land der Welt wehrt sich das Ökonomie- Establishment so bitterlich dagegen, alte Dogmen abzulegen wie in Deutschland. Eine Schrulligkeit, die teuer zu enden droht. […]

Auf die Verschwörerliste gehören natürlich auch die Amis, die Briten, die Financial Times, die Weltbank, der Economist, die Bank of England, bei manchen Fragen 90 Prozent der Euro-Zentralbanker, mindestens ein halbes Dutzend Nobelpreisträger, selbst konservative Ökonomen wie Kenneth Rogoff oder Charles Wyplosz (‘was Schäuble macht, ist kriminell’), die Spanier, die Grünen, die Österreicher, die Griechen, sogar Chefs deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute sowie – Umfragen zufolge – ein Großteil jener Ökonomen, die bei uns jenseits der heiligen Orthodoxie von Sachverständigen, Bundesbank und Ifo-Institut wirken. Also eigentlich die ganze Welt. Gegen uns. So ähnlich muss sich Kim Jong Un fühlen, wenn er abends im Bett liegt. […]

Wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble versuche, die Kritik an Handelsüberschüssen zu kontern, würden ‘zentrale Aspekte’ der Kritik einfach übergangen. Nichts womit man international anerkannte Spezialisten auch nur ansatzweise überzeugt. Im Gegenteil. Das ist eher peinlich. Oder es heißt, dass irgendein Vorschlag eben irgendwie links ist – das geht natürlich gar nicht.”

http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutschland-wirtschaftsweise-gegen-den-rest-der-welt-kolumne-a-1152352.html

Die gar nicht mal so steile EU-These des “Brexit-Wirtes”

“Demokratie sei wichtig, sagt der passionierte Nichtwähler Tim Martin in der Central Bar. Gerade deshalb sei er dafür, dass sein Land die EU verlässt. Seine Gedankenkette geht wie folgt: Die EU werde heute von der Eurozone dominiert, die Währungsunion wiederum werde auf Dauer nur funktionieren, wenn sie über eine vollwertige Zentralregierung verfüge. Aber dafür gebe es in den Mitgliedstaaten keine demokratische Mehrheit, die Bürger wollten den europäischen ‘Superstaat’ nicht. Daraus folgt für Martin, dass Brüssel notgedrungen immer stärker auf undemokratische Weise Entscheidungsgewalt an sich ziehen werde, vor allem fiskalischer Art, weil ja nur durch eine solche Zentralisierung der Euro zu retten sei. Sein Fazit: Die EU zersetze unausweichlich die Demokratie in Europa, und das habe auch wirtschaftliche Konsequenzen.”

Besser hätte ich es – wenn ich klassisch-konservativ argumentieren würde – auch nicht zusammenfassen können. Für die FAZ sind diese klaren Worte eine “steile These”.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/folgen-des-eu-austritts-der-brexit-wirt-15046051.html

Analysis: What taxpayer bailouts? Euro crisis saves Germany money

A bit older, but still au courant:

“But the truth remains that German taxpayers, as well as those in Finland, the Netherlands and elsewhere, are no worse off at all, and their finance ministries have racked up savings. […]

When giving presentations in Germany, Klaus Regling, the German who heads the euro zone’s permanent bailout fund, often cites two studies that show that Berlin has reaped substantial savings as an unintended consequence of the crisis.

One study, by German insurance giant Allianz, has calculated that Berlin saved 10.2 billion euros in 2010-2012 because of lower borrowing costs, as yields on its 10-year bonds fell from 3.39 percent to 1.18 percent now.

The other study, by Jens Boysen-Hogrefe of the IfW economic institute, suggests that the German federal budget saved 8.6 billion euros in 2011 due to low ECB interest rates and the safe-haven impact of investors putting money into Germany.

Those savings rose to 9.6 billion in 2012 and the safe-haven effect will alone be worth 2 billion in 2013, IfW said. […]

The heart of the misconception about taxpayers losses is the fact that in public discourse, the difference between lending and giving has ceased to exist.”

http://www.reuters.com/article/us-eurozone-bailouts-idUSBRE9410CG20130502

Griechenland: Was die EU unter besten Arbeitsmarktpraktiken versteht

“Was die Bewertung der griechischen Arbeitsmarktreformen angeht, hat die ILO gewisse Zweifel, ob es sich dabei um beste EU-Praktiken handelt. Vielmehr sieht sie den Acquis Communitaire, die grundlegenden Werte und Errungenschaften der Europäischen Union, verletzt, zu denen die Tariffreiheit und gewisse Mindeststandards für Arbeitnehmerrechte gehören. Ebenso werde die Europäische Sozialcharta verletzt.

Und was hat das alles gebracht? Die Arbeitslosigkeit ist trotz Erleichterung von Massenentlassungen auf einsamen EU-Rekordhöhen. Also müssen Massenentlassungen weiter erleichtert werden. Vielleicht sinkt die Arbeitslosigkeit dann. Der Schuldenstand im Verhältnis zur immer weiter wegschrumpfenden Wirtschaft ist in völlig untragbare Höhen geschossen, trotz aller Sparbemühungen. Aber das ist ein anderes Thema.”

http://norberthaering.de/de/27-german/news/825-mou

Yanis Varoufakis: The six Brexit traps that will defeat Theresa May

“In truth, Brussels is a democracy-free zone. From the EU’s inception in 1950, Brussels became the seat of a bureaucracy administering a heavy industry cartel, vested with unprecedented law-making capacities. Even though the EU has evolved a great deal since, and acquired many of the trappings of a confederacy, it remains in the nature of the beast to treat the will of electorates as a nuisance that must be, somehow, negated. The whole point of the EU’s inter-governmental organisation was to ensure that only by a rare historical accident would democratic mandates converge and, when they did, never restrain the exercise of power in Brussels.

https://www.theguardian.com/politics/2017/may/03/the-six-brexit-traps-that-will-defeat-theresa-may