Etikettenschwindel Euro-Krise [2011]

“Seit Anfang 2010 hat sich die Finanzkrise zur (Staats-)Schuldenkrise gewandelt. Niemand sollte sich von der gängigen Rhetorik täuschen lassen: Die Defizite und öffentlichen Schulden im Euroraum sind nämlich erst infolge der diversen Bankenrettungsaktionen und Konjunkturprogramme dramatisch gestiegen. Bis zum Ausbruch der Weltfinanzkrise hatten Länder wie Portugal, Irland, Griechenland und Spanien (PIGS), die heutigen Sorgenkinder, keine Finanzprobleme, im Gegenteil: Spanien und Irland verzeichneten gar Budgetüberschüsse. Erst in der Krise erfolgte die Kehrtwende: Der ganz große Krach wurde in Europa (wie in den USA) nur durch eine extreme Ausweitung des öffentlichen Kredits verhindert. Kaum waren die Banken und Finanzkonzerne gerettet, drohten Staatspleiten – kurioserweise vorläufig nicht in den USA oder in Japan, sondern in den vergleichsweise viel geringer verschuldeten Ländern der Eurozone. […]

Mit oder ohne Rettungsschirm, die PIGS-Länder sparen auf Teufel komm raus und treiben damit ihre Volkswirtschaften immer tiefer in die Rezession. Wenn ein Land mehr als 30 Prozent seiner laufenden Steuereinnahmen für den Staatsschuldendienst (Zinsen und Tilgung) ausgeben muss, wird es gefährlich; jenseits dieser Schwelle kommt es aus der Schuldenfalle bei steigenden Zinsen nicht mehr heraus. Im Fall Griechenlands beträgt diese Quote bereits mehr als 53 Prozent, die Iren kostet der Schuldendienst fast 37 Prozent ihrer laufenden Steuereinnahmen. Spanien steht mit einer Quote von knapp 25 Prozent besser da, und die Portugiesen können mit Recht darauf verweisen, dass sie der Schuldendienst nur 15,9 Prozent der laufenden Steuereinnahmen kostet. Italien und Frankreich sind diesbezüglich in einer weit prekäreren Lage.”

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/februar/etikettenschwindel-euro-krise

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The terrible human cost of Greece’s bailouts

The Lancet has published an analysis of changes in life expectancy in Greece during the recent crisis. […]

Greek mortality has worsened significantly since the beginning of the century. In 2000, the death rate per 100,000 people was 944.5. By 2016, it had risen to 1174.9, with most of the increase taking place from 2010 onwards.

Greece’s mortality increase stands in stark contrast to global death rates, which fell during this time. Even in Western Europe, where death rates rose slightly overall, no other country experienced a deterioration on this scale. […] Among the countries included in the study, Greece’s case appears to be exceptional. […]

The report says that as part of the bailout conditions, Greece’s total healthcare expenditure (public and private) fell from 9.8% of GDP in 2008 to 8.1% in 2014. An article published by the Lancet concurrently with the paper notes that, under pressure from the Troika, the Greek government cut public healthcare expenditure to 6% of GDP.

But during this time, Greek GDP shrank by more than a quarter. So total healthcare expenditure effectively shrank by 30%.

Let’s stop playing ‘blame the Greeks’. Babies, adolescents and young adults did not cause Greece’s debt disaster. But they are paying for it – with their lives.”

https://www.forbes.com/sites/francescoppola/2018/08/31/the-terrible-human-cost-of-greeces-bailouts/#756f77a24b31